Bei der benignen Prostatahyperplasie (BPH), auch benignes Prostatasyndrom genannt, handelt es sich um eine gutartige Vergrößerung der Prostata durch Zunahme der Bindegewebs- und Muskelzellen sowie der periurethralen Drüsen. Sie stellt die häufigste Ursache der Blasenentleerungsstörungen beim Mann dar und tritt vermehrt im mittleren bis höheren Lebensalter auf.
Das hyperplastische Gewebe führt zu einer Verengung der Harnröhre und verursacht die für die BPH so typischen Symptome des unteren Harntraktes - auch als Lower Urinary Tract Symptoms (LUTS) bezeichnet. Die Symptome einer BPH sind vielseitig und unterscheiden sich oft von Patient zu Patient. Der Zusammenhang zwischen der Prostatavergrößerung, dem Schweregrad der Obstruktion (Verstopfung, Widerstandserhöhung) und der Symptome ist dabei oft gering. Die BPH-Symptome schränken die Lebensqualität der Betroffen oft stark ein und erfordern eine Therapie.
Die BPH ist hinsichtlich der Zahl der Betroffenen und der verursachten Kosten als Volkskrankheit zu betrachten. Die Anzahl der Neuerkrankungen der BPH steigt ab dem 30. Lebensjahr nahezu linear an. So leiden letztendlich 80 bis 90 % der über 80-Jährigen unter einer Prostatavergrößerung (Madersbacher S. et al., 1998). Die Zunahme des Prostatagewebes muss jedoch nicht immer mit einer Symptomausprägung einhergehen. In Deutschland leiden etwa 5 Millionen Männer an behandlungsbedürftigen Symptomen (Berger R. et al., 2001).