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Technik und Wirkungsweise der TURis Plasma-Vaporisationselektrode

TURis Plasma-Vaporisationselektrode

Die Plasma-Vaporisationselektrode von Olympus wurde im Jahr 2008 neu in den urologischen Markt eingeführt. Es handelt sich um eine halbsphärisch geformte Elektrode, die das bewährte TURis Elektroden-Sortiment komplettiert. Mit Hilfe modernster Plasmatechnologie vaporisiert die Elektrode hyperplastisches Prostatagewebe schonend, schnell und effektiv. Sie vereint erstmals hervorragende Sicherheit mit hohen Ablationsraten und Kosteneffizienz.

 

Plasmatechnologie

Führt man Materie Energie zu, so erhöht sich deren Temperatur und der Aggregatzustand verändert sich von fest über flüssig zu gasförmig. Wird dem Gas noch weitere Energie zugesetzt, wächst die Bewegungsenergie der elementaren Bausteine mit der Temperatur weiter an und man erhält letztendlich ein hochionisiertes Gas, das freie Ladungsträger wie Ionen oder Elektronen enthält. Diese Form des Gases wird als Plasma oder vierter Aggregatzustand bezeichnet. Plasmen verfügen über sehr hohe Energieinhalte und neuartige Eigenschaften, die in den modernsten Technologien unseres Alltags genutzt werden (z.B. Plasma-Bildschirme und Energiesparlampen).

 

Der Prozess der TURis Plasma-Vaporisation

Die TURis Plasma-Vaporisation (Transurethrale Resektion in Saline) stellt das innovativste operative Verfahren zur Therapie der benignen Prostata-Hyperplasie dar. Mit Hilfe des bipolar geführten Hochfrequenzstroms bildet sich durch Vaporisation der physiologischen Kochsalzlösung ein dünner Gasmantel (Dampfpolster) um die Elektrode, auf dem die Elektrode berührungslos über das Gewebe gleitet (Hoovering/Schwebe-Technik).

Mittels kurzem elektrischen Startimpuls (< 100 ms) wird aus dem Gas anschließend ein konstantes Plasma generiert (= Plasmazündung). Die Energie des Plasmas überträgt sich auf die Zellen des Prostatagewebes und führt zu dessen lokal begrenzter Vaporisation. Der Zellverbund wird dabei schonend aufgelöst. Aufgrund fehlender Hitzeentwicklung auf das umliegende Gewebe bezeichnet man diesen Prozess auch als kalte Vaporisation.

Die moderne Plasmatechnologie ermöglicht auf diese Weise die gezielte Vaporisation von oberen Gewebeschichten, ohne umliegendes Gewebe und Nerven unnötig thermisch zu belasten. Die thermische Eindringtiefe der Plasma-Vaporisation ist mit circa 0,20 mm geringer als bei der monopolaren Standard-TUR-P. Durch zeitgleiche Koagulation der Gewebeoberfläche hinterlässt die Vaporisations-Elektrode glatte Oberflächen und ermöglicht eine nahezu blutungsfreie Gewebeablation. Aufgrund der guten Koagulationseigenschaften ist das Verfahren insbesondere für die Behandlung von Männern mit erhöhtem Blutungsrisiko (z. B. durch Antikoagulantien-Therapie) geeignet, erhöht aber Sicherheit und Komfort für alle Patienten.

 

Bipolare Vaporisation

Die TURis Plasma-Vaporisationselektrode ergänzt als neue Elektrode das bewährte TURis System von Olympus. Im Gegensatz zu herkömmlichen Vaporisationstechniken handelt es sich somit nicht um ein monopolares, sondern um ein modernes bipolares System, bei dem die elektrischen Leckströme durch den Einsatz von physiologischer Kochsalzlösung und lokal begrenzter Stromfluß substanziell reduziert und die Sicherheit des Eingriffs nochmals erhöht werden.